Glossar für Zahnmedizinische Fachbegriffe

Individualprophylaxe

Maßnahmen im Rahmen eines speziellen Vorsorgeprogramm zur Vorbeugung von Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates. Zu den Maßnahmen gehören u.a. Information und Aufklärung des Patienten über die Zusammenhänge der Krankheitsentstehung, praktische Übungen zur Mundhygiene, Fluoridierung der Zähne, das Versiegeln von Fissuren und das Reinigen der Zähne. Diese Maßnahmen werden durch speziell ausgebildetes Personal - z.B. eine Prophylaxehelferin - durchgeführt.

Karieserkennung

Methoden zum Erkennen von Karies gibt es viele:

Die klassische Methode der Kariesdiagnostik ist die visuelle Inspektion der Zähne mit Mundspiegel (und Zahnsonde) - kombiniert mit Druckluft zum Trockenblasen des Zahnes und guter Beleuchtung. Dabei können Läsionen im Zahnzwischenraum aber erst spät (wenn sie sehr gross sind) oder gar nicht erkannt werden. Auch Karies unter Füllungen der Kronen sind bei dieser Methode unter Umständen nicht zu erkennen. Ergänzend wird daher eine Röntgenaufnahme angefertigt.

Die sogenannten Bissflügel-Röntgenaufnahmen ("bite wing") sind besonders zur Erkennung von Karies in dem nicht einsehbaren Bereich der Zahnzwischenräume, Zahnwurzeln und bei Karies unter röntgenstrahlendurchlässigen Füllungen und Kronen (nicht bei Gold-/Amalgamfüllungen) unverzichtbar. Mit einem kleinen Zahnfilm kann im Ober- und Unterkiefer gleichzeitig bei mehreren Zähnen (bis zu 4 nebeneinander) die Zahnkrone und der obere Teil der Zahnwurzel bei geringer Strahlenbelastung darstellt werden.

Laserfluoreszenz. Hierbei misst man die durch Karies veränderte Mineralisationsdichte der Zahnhartsubstanz mittels laserinduzierter Fluoreszenz. Wird vor allem eingesetzt bei der Diagnostik von Fissurenkaries (Zahngrübchenkaries).

Keramik

Keramische Massen; z.B. aus Feldspat, Quarz und Kaolin (Feldspatkeramik) als Verblendungs- oder Gerüstwerkstoff, um z. B. Kronen mit Metallgerüst zahnfarben erscheinen zu lassen; als Werkstoff für vollkeramische Kronen, Inlays, Teilkronen, Verblendschalen und Wurzelkanalstifte. Keramikmassen sind hinsichtlich der Lichtbrechung, Brillanz und Festigkeit der natürlichen Zahnhartsubstanz sehr ähnlich. Sie haben außerdem eine hohe Bioverträglichkeit, Farbbeständigkeit, Härte, chemische Widerstandsfähigkeit und eine geringe Neigung Zahnbeläge anzulagern.
Von Nachteil ist ihre Bruchanfälligkeit, so dass sie für herausnehmbaren Zahnersatz als Verblendwerkstoff nicht eingesetzt werden (Bruchgefahr, wenn Prothese runterfällt). Erst durch Anwendung der Adhäsivtechnik zur Befestigung der vollkeramischen Restaurationen an der Zahnhartsubstanz hat (Voll-)Keramik an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine Alternative zu Zahnersatz/Füllungen aus Metalllegierungen und Komposits dar.

Kieferorthopädie

Teilgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit der Behandlungen von Zahn- und Kieferfehlstellungen befasst. Solche Fehlstellungen werden mit herausnehmbaren oder festsitzenden -> Zahnspangen behandelt.

Knirschen

Unbewusstes Reiben der Kauflächen der Oberkieferzähne gegen die Kauflächen der Unterkieferzähnen teilweise mit starkem Druck; in der Regel nachts beim Schlafen, stressbedingt. Folgen können Abnutzungserscheinungen an der Zahnhartsubstanz, Schäden am Zahnhalteapparat sowie Muskel- und Kiefergelenkschmerzen sein. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit einer Knirscherschiene.

Kofferdam

Auch Spanngummi, eine abdeckende und schützende Gummimembran, welche über einzelne Zähne oder Zahngruppen gespannt wird. Durch vorher individuell angefertigte Löcher ragt die Zahnkrone aus dem Spanngummi heraus und erlaubt so eine saubere und absolut trockene zahnärztliche Behandlung des entsprechenden Zahnes. Wird unter anderem eingesetzt bei Wurzelkanalbehandlungen, Kompositfüllungen, Einsetzen von Keramikinlays, etc.

Komposit

Zahnfarbenes, stabiles Füllungsmaterial, das sich aus mehreren Komponenten (Kunststoffe, in die besonders aufbereitete mikrofeine Glas- und Quarzteilchen eingelagert sind) zusammensetzt. Komposite werden vor allem im Frontzahnbereich, mit einigen Einschränkungen auch für Füllungen in Backenzähnen eingesetzt. Das Material wird mit dem Zahnbein und dem Zahnschmelz verklebt und in der Regel mit einem Speziallicht gehärtet.

Milchzahngebiss

Wie viele Säugetiere, so bildet auch der Mensch, im Laufe des Lebens zunächst ein Milchgebiss aus, das beim Heranwachsen durch ein bleibendes Gebiss ersetzt wird.
Das Herauswachsen („Durchbrechen“) der Zähne ist für das Kind oft schmerzhaft. Es geschieht in einer bestimmten Reihenfolge: Zuerst brechen etwa im 6. bis 9. Lebensmonat die mittleren Schneidezähne durch.
Das Bild (der Urheber prodente.de) gibt die durchschnittlichen Durchbruchszeiten der Milchzähne wieder.

Mundhygiene

Maßnahmen zur Entfernung von Zahnbelägen mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnstocher, Zahnseide und Wasserstrahlgeräte.